Die Ära VW…

…geht für unseren weiblichen Zweibeiner nach 25 Jahren nun zu Ende.
Nach je 2 VW Polo, Sharan und Tiguan steht nun ein Land Rover Discovery Sport neben dem Haus. Nein, nicht der VW-Abgas-Skandal ist schuld daran, dass die Marke gewechselt wurde, sondern einzig und allein die Größe des Kofferraums in Kombination mit einer guten Geländetauglichkeit – schließlich gehört unser weiblicher Mensch der jagenden Zunft an – war das ausschlaggebende Kriterium für die Wahl des neuen Autos.

Geschichten könnte der weiblich Zweibeiner von seinen Autos erzählen. 
1991, kurz vor der Hochzeit bekam er sein erstes Auto überhaupt. Ein ausgedientes Firmenfahrzeug, einen VW Polo. Zwar hatte der weibliche Zweibeiner mit 18 Jahren den Führerschein gemacht, aber in Ermangelung von Geld nie ein Auto besessen und, weil die Eltern auch recht komisch mit ihren Autos waren, so gut wie keine Fahrpraxis was Autos betraf. Als Rollerfahrer kam er wenigstens im Straßenverkehr zurecht. Als erstes mussten nun ein paar Fahrstunden herbei um die Fähigkeiten an einem Schaltgetriebe aufzufrischen. 
Unvergessen bleibt die Geschichte, als der Polo plötzlich, vor allem morgens, wenn der Motor kalt war, unglaublich schlecht zog. Der weibliche Zweibeiner war deswegen schon dabei eine ernste „Anfahrneurose“ zu entwickeln. Mal eben in den fließenden Verkehr witschen war gefährlich; es konnte sein, dass das Auto mitten auf der Kreuzung ausging. Nachdem es dem männlichen Zweibeiner bei einer morgendlichen Fahrt zum Bäcker ebenfalls so ging, fuhr der weibliche Zweibeiner in die ortsansässige VW Werkstatt und schilderte das Problem. „Gas müssen sie schon geben“, war die Empfehlung des Werkstattmeisters. „Das weiß ich auch“, erwiderte der weibliche Zweibeiner, „mein Mann hat das gleiche Problem.“ Der Hinweis auf den Ehemann war nun Grund genug für den Meister – einer vom alten Schlag, einer, der Frauen am Steuer nicht ernst nahm – sich den Wagen nun doch mal anzuschauen. Resultat: Die Zündkerzen waren nicht richtig eingeschraubt und die waren kurz zuvor von jener Werkstatt gewechselt worden … Mit einem breiten Grinsen, nahm der weibliche Zweibeiner dies zur Kenntnis. „Gas müssen Sie schon geben“… Danach war der Werkstattmeister sehr zahm, wenn der weibliche Zweibeiner in der Werkstatt aufkreuzte.
Gut, dass das Auto ein altes war. Als es 3 Jahre später gegen einen „neuen“ alten Polo ausgetauscht wurde, war er rundherum verbeult und rostete munter vor sich hin. Ganz besonders schlimm rostete die Heckklappe und am Ende funktionierte deswegen der Heckscheibenwischer nicht mehr. Die Heckklappe rostete wohl aber nur aus purer Gehässigkeit, denn die hatte weiblichen Zweibeiner nie beschädigt.
Der zweite Polo hat dafür nie einen Kratzer abbekommen. Der weibliche Zweibeiner hatte die Abmessungen nun exakt im Kopf. Trotzdem kriegte der männliche bei den Ausparkmanövern haarscharf am Fallrohr des rückwärtigen Gebäudes vorbei, jedes Mal fast einen Herzinfarkt.
1998 hatten die Zweibeiner 3 große Hunde und so musste ein entsprechend großes Fahrzeug herbei. Der erste VW Sharan kam ins Haus. Der Umstieg von einem Polo auf einen Sharan war immens. Im Gegensatz zum Polo war Sharan nicht nur riesig, sondern auch total unübersichtlich. Vor allem vorne wusste man nicht, wo das Auto endete und nach hinten sah man auch nicht wirklich was. Blindflug! Was den weiblichen Zweibeiner geritten hat gleich am ersten Tag in das Parkhaus des ortsansässigen Supermarktes zu fahren, weiß er bis heute nicht. Fakt ist, er fuhr nach dem ersten missglückten Einparkmanöver schweißnass wieder hinaus.
Der erste Sharan wurde zwar nicht so verbeult wie der erste Polo, aber, die ein, oder andere Beule bekam er dennoch. das war einfach seiner Unübersichtlichkeit geschuldet. Eine Rückfahrkamera  – geniale Erfindung  –   gab es damals noch nicht.
Leider war das Auto ein Montagsmodell und man glaubt nicht, was so alles kaputt gehen kann. Ein ausgefallener Turbo mitten im Urlaub in der Auvergne z.B. macht wenig Spaß. Die Mobilitätsgarantie wurde oft und „gerne“ in Anspruch genommen.
Dennoch gab es 5 Jahre später einen zweiten Sharan. Zwar hatten die Zweibeiner nur noch 2 Hunde, aber der weibliche Zweibeiner fand es so praktisch den halben Hausstand immer dabei zu haben und als Urlaubsauto war das Auto einfach perfekt.
Trotzdem ging die Ära Sharan 2008 zu Ende. VW hatte eine kleinen Geländewagen auf den Markt gebracht, der für den, der jagenden Zunft angehörenden, weiblichen Zweibeiner höchst interessant war. Und außerdem hatte man im Herbst 2006 ein Haus in Frankreich in den Vogesen gekauft und man machte nicht mehr wie zuvor Urlaub. Ein kleineres Auto schien ausreichend.
Der Tiguan war vor allem vor dem Aspekt der Geländetauglichkeit ein tolles Auto. Ein echtes Spaßauto! Blöderweise war auch dieses Auto wieder ein Montagsmodell. Selbst der Werkstattmeister war tief beeindruckt was so alles kaputt ging, auch wenn es eigentlich nicht hätte kaputt gehen dürfen, wie z.B die Druckdose des Turboladers. Für den Einbau der neuen verschob er sogar seinen Urlaub, weil er es höchst selbst machen wollte.
Toll war auch der Ausfall der der Standheizung mitten im Winter. O.K., dafür konnte VW nix, das war ein Einbauteil und der Hersteller kam den gesamten Winter nicht mit dem Ersatzteil herbei. Pünktlich zum Frühjahr war es dann da und kurz drauf ging die Klimaanlage kaputt. Als der weibliche Zweibeiner deswegen in die Werkstatt vorstellig wurde, sagte der Meister völlig zerknirscht, dass das Ersatzteil eine unbestimmte Lieferzeit habe. Aber dann machte er etwas, was wirklich sehr, sehr nett war. Es gibt einen Ersatzteilepool für Promis oder ähnliche Menschen, z.B. unsere Kanzlerin. Und weil der weibliche Zweibeiner den ganzen Winter schon auf die Standheizung hatte verzichten müssen, hatte der Werkstattmeister den Wächter dieses Pools angefleht: „Tun Sie das der Frau nicht an, sie hat den ganzen Winter auf die Standheizung verzichten müssen, jetzt im Sommer bitte nicht auch noch auf die Klimaanlage.“ Das hat gewirkt. Das Ersatzteil wurde aus dem Promipool geliefert. Netter Meister, den wird der weibliche Zweibeiner vermissen.
Der zweite Tiguan hatte dafür gar keine Macken und lief 4 Jahre völlig problemlos. Wäre der Kofferraum nicht so winzig klein – und der wurde beim Zweiten noch ein wenig kleiner, weil der weibliche Zweibeiner nachdem er mit den ersten Tiguan eine Reifenpanne hatte, die sich nicht mit dem Reparaturkit hatte beheben lassen, darauf bestand ein Reserverad zu haben – es hätte wieder einen Tiguan gegeben. Das Reserverad verkleinert aber leider das Volumen des Kofferraums. Selbst für einen Wochenendtrip kamen unsere Menschen bereits an die Kapazitätsgrenzen des Kofferraums und fuhren deshalb häufig mit zwei Autos. Das kann und soll nicht sein und deshalb steht nun ein größerer Geländewagen vor der Tür.

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